Anonymität im Netz - die positive Seite

Aktualisiert: Aug 25



Dies ist ein kurzer Gedankengang zum Thema Anonymität im Netz. Ihr habt den Artikel wahrscheinlich in 2 Minuten durchgelesen und länger soll er auch gar nicht sein. Es soll nämlich lediglich ein Gedankenanstoß sein, ein „Ach, stimmt ja“-Moment, nach welchem ihr eine vermeintlich negative Seite des digitalen Dschungels plötzlich positiver betrachtet. Denn dafür gibt es meinen Blog. Um Licht ins Dunkel zu bringen, um beide Seiten zu beleuchten.

Ich muss zugeben, dass immer noch in mir verankert ist, dass ich Anonymität im Netz erstmal impulsartig mit etwas Negativem verbinde.

Nämlich mit all den anonymen, feigen Hasskommentaren, Beleidigungen und Bedrohungen.

In letzter Zeit sind mir aber vermehrt die positiven Seiten von Anonymität im Netz aufgefallen, weshalb ich mich nun dazu entschieden habe, einen Artikel über dieses Thema zu schreiben.

Denn wie immer ist es mein Ziel, nicht nur Gefahren und Risiken des digitalen Dschungels zu beleuchten, sondern auch die positiven Seiten. Und wer weiß, vielleicht erinnert euch dieser Artikel daran, dass ihr eine Frage habt, die ihr niemandem stellen wollt und inspiriert euch dazu, sie in einem Forum zu stellen.

Ich frage mich, ob die erst im Januar diesen Jahres wieder diskutierte Klarnamenpflicht die Lösung allen Übels ist. Und wenn ich so darüber nachdenke und recherchiere komme ich zu dem Schluss, dass sie es nicht wäre. Sondern dass sie ein unnötiger Fokus auf das falsche Problem wäre. Denn es gibt sehr viele Menschen, die frei unter ihrem Klarnamen Hass und Hetze verbreiten, wie auch diese Studie der Universität Zürich zeigt. Für die Studie wurden über 500.000 Kommentare analysiert und die (für mich überraschende) Feststellung war, dass nicht-anonyme Nutzer aggressiver waren als anonyme Nutzer („Results show that in the context of online firestorms, non-anonymous individuals are more aggressive compared to anonymous individuals.“).

Wer profitiert von der Anonymität im Netz?

Wir alle. Denn theoretisch kann jeder von uns mal zu einer der im Folgenden aufgeführten Gruppen gehören.

1. Menschen, die sich Informationen über bestimmte Krankheiten o.Ä. einholen möchten. Die Fragen haben, diese aber erstmal keinem Arzt und keiner Ärztin stellen möchten und auch keinen Freunden. In Foren im Internet kann man sich anonym Ratschläge einholen und austauschen.

2. Menschen, denen es psychisch nicht gut geht, die Probleme haben und sich anonym im Internet mit ebenfalls Betroffenen austauschen wollen. Die mit niemandem sonst reden können oder wollen, nicht mit der Familie oder mit Freunden. Im WWW sehen sie dann, dass sie nicht alleine sind und können sich untereinander austauschen, helfen, unterstützen und sich wertvolle Tipps geben.

3. Die, die aus beruflichen Gründen nicht mit ihrem Klarnamen auftreten möchten, um sich zu schützen. Zum Beispiel Ärzte, Therapeuten und Anwälte.

4. Die, die schon mal bedroht wurden, z.B. von Stalkern und nicht mehr unter ihrem richtigen Namen im Netz auftauchen wollen, um nicht von dem Stalker (generischer Maskulin) gefunden zu werden oder die generell Angst haben, sie könnten gestalkt werden.


Also los, macht euch die positiven Seiten des digitalen Dschungels zu Nutze! :-)


Photo von cottonbro von Pexels

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