Panikmache in Zeiten der Cholera

Aktualisiert: Apr 29



(( Der Titel ist übrigens an den Weltbestseller "Die Liebe in Zeiten der Cholera" angelehnt. Es ist also kein Tipp-Fehler, sondern einfach nur ein Wortspiel.)) In diesem Artikel wollen wir uns anhand des Corona-Beispiels anschauen, wie wir und unsere Kinder einen kühlen Kopf bewahren können, wie die Berichterstattung aussieht und wem es etwas nützt, Panik zu verbreiten.

Jaja, ich weiß. „Jetzt fängt die auch mit dem Coronavirus an!“ AUGEN-ROLL.

Aber nein, dieser Artikel soll nicht der 7398363. über das Coronavirus sein, sondern ich nehme dies lediglich als Aufhänger.

In diesem Artikel soll es nämlich um das gehen, was mit solchen „Krisen“ einhergeht: Panikmache im Netz.


Wie können wir und unsere Kinder einen kühlen Kopf bewahren?

Wichtig ist, wie immer, dass man in der Familie über die Situation spricht. Denn nicht nur die Erwachsenen werden mit Infos überhäuft, auch die Kinder auf den Social-Media-Kanälen ihrer Wahl.


Gewöhnt Euch selbst an, und gebt das dann an Eure Kinder weiter, Dinge zu hinterfragen.

Wenn von einem Todesfall berichtet wird, seht nicht nur das. Ich möchte das in keinster Weise kleinreden und es tut mir unendlich leid für die Angehörigen der Verstorbenen. Aber schaut auf das Verhältnis. Schaut auf die Zahl aller, die wieder genesen sind. Dazu unten mehr.


Und vor allem: Glaubt nicht jeden Quatsch, der im Internet verzapft wird. Und bedenkt immer: Die, die am lautesten schreien, haben nicht automatisch Recht.


Schaut euch gemeinsam die Nachrichten an, gerne auch auf YouTube und redet ruhig auch über Basics (wie man richtig Hände wäscht). Hier in dem Video, ab Minute 19:13, nochmal schön zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=muXiQ20yfUk&feature=youtu.be


Theoretisch ja für uns alle interessant, aber gerade bei Kindern könnt ihr den Fun Fact aus dem Ärmel schütteln, dass eine gute Dauer fürs Händewaschen so lange ist, wie wenn man 2x „Happy Birthday“ singt. Stellt euch aber auf häufigen, lauthalsen Gesang aus dem Badezimmer ein. Nicht, dass ich aus Erfahrung sprechen würde :-)


Social Media vs. Klassische Medien – Grund zur Sorge oder künstlicher Hype?

Egal, welche Social-Media-Plattform man diese Tage öffnet, man sieht Fotos von leergekauften Supermarkt-Regalen, Fotos von Menschen mit Mundschutz, Videos, Statements, Warnungen, Meinungen.


Ich schließe Facebook und frage erstmal Google.

Es wird mir direkt ein Fenster angezeigt mit Informations-Seiten wie infektionsschutz.de und der Seite der WHO, der World Health Organization (Weltgesundheitsorganisation). Direkt darunter noch die Homepage vom Bundesgesundheitsministerium. Auf der wird dann noch auf das Robert-Koch-Institut verwiesen, sowie auf die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und das Auswärtige Amt. Alles ernstzunehmende Quellen, die meine Google-Suche ergibt. Klar, je nach Filter-Bubble werden uns unterschiedliche Suchergebnisse angezeigt, aber gerade dieses Fenster (siehe Screenshot) müsste doch bei jedem erscheinen - denke ich zumindest.

Das Problem ist also eher Social Media, weil man dort mit allerhand „Scheißdreck“ konfrontiert wird. Selbst wenn man nur die Überschriften liest, man bekommt das Gefühl, dass dieses Coronavirus richtig schlimm ist. Und bekommt möglicherweise Angst.


Wenn man hingegen seine Informationen über klassische Medien bezieht, stellt man recht schnell fest, dass diese ganze Panik um das Coronavirus ziemlich hochgehyped wurde. In den klassischen, seriösen Medien erkennt man direkt, dass Informationen sorgfältig behandelt werden. Meint: Wenn es Todesfälle gibt, werden diese nicht in der Artikel-Überschrift ausgeschlachtet, sondern ins Verhältnis zu den Erkrankungen, und vor allem: zu den Genesungen, gestellt.


Auf der Seite des Redaktionsnetzwerks Deutschland findet man hierzu ein übersichtliches Diagramm, das das Verhältnis von Gestorbenen, Erkrankten und Genesenen veranschaulicht.

„Stand 6. März 2020 (7 Uhr) gibt es bislang weltweit 98.385 bestätigte Infektionen, davon 3383 Todesfälle und 55.422 Genesungen. 80.555 der Infizierten leben in China.“


Auch werden Formulierungen nicht emotional, sondern sachlich getroffen.

Diese Art von Medien sollten wir in diesen Zeiten suchen.


Gute Quellen:

- Tagesaktuelle Informationen zum Coronavirus des Bundesministeriums für Gesundheit:

https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html


- Antworten auf häufig gestellte Fragen rund um das Coronavirus:

https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Liste.html


- Allgemeine Hygiene-Tipps, Material für Bildungseinrichtungen, etc. (Infektionsschutz.de ist übrigens eine Initiative der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung):

https://www.infektionsschutz.de/coronavirus-sars-cov-2.html


- Mimikama ist eine internationale Anlaufstelle und ein Verein zur Aufklärung über Internetbetrug, Falschmeldungen sowie Computersicherheit und zur Förderung von Medienkompetenz sowie eine Beobachtungsstelle für Desinformation und Social Media Analysen.

www.mimikama.at


- Allgemeine Infos von der Weltgesundheitsorganisation, allerdings auf Englisch: https://www.who.int/news-room/q-a-detail/q-a-coronaviruses


Böse Quellen:

- Deine Facebook-Timeline.


Wem nützt es, Panik, ggf. sogar durch Falschnachrichten, zu verbreiten?

Tanjev Schultz, Kommunikationsforscher und Professor für Journalismus an der Uni Mainz, sagte gegenüber dem ZDF in einem Interview: „Panikmache ist ein Geschäftsmodell“.


Und das trifft den Nagel auf den Kopf. Der perfekte Nährboden für Verschwörungstheoretiker und Falschnachrichten-Verbreiter: eine globale, gesamtgesellschaftliche Situation, die neu ist, über die man noch nicht viel weiß, die Leuten Angst macht.


Mit dieser Angst wird dann gespielt und Geld verdient. Wie man damit Geld verdienen kann? Das ist einfach: Am Beispiel von YouTube: Wenn ein Video erstmal eine bestimmte Anzahl von Klicks erreicht hat (was bei aktuellen Themen wie hier dem Coronavirus schnell geht), dann können Werbetreibende auf dem Kanal vor dem Video ihre Werbung schalten: Der Ersteller des Videos verdient dann daran Geld. Nun wissen wir, dass emotionale Themen ordentlich Zuschauer ziehen, also dreht man ein solches Video.


Am Beispiel von Online-Zeitungs-Artikeln: Reißerische Überschriften bringen hohe Klick-Zahlen. Bringt Traffic. Bringt Werbung. Bringt Geld.


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Zusammenfassend möchte ich sagen, dass wir die Lage natürlich nicht unterschätzen sollten, aber jetzt auch nicht 50 Kilo Nudeln kaufen müssen.

Und mit einem meiner Lieblingszitate, was zur ganzen Corona-Panik passt, verabschiede ich mich. Bis zum nächsten Artikel!


„Fear makes the wolf look bigger – Angst lässt den Wolf größer erscheinen“ (Unknown)

Beitragsbild: Privat

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